Während der gesamten Saison in der Arktis legen Expeditionskreuzfahrer ihre Kamera und Fernglas auch mal weg und krempeln die Ärmel hoch, um Müll von den Stränden der Arktis zu sammeln. Dieses freiwillige Engagement ist Teil der Massnahmen der Branche zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung der Meere.

Müll im Meer ist eine Bedrohung für die lokale Tierwelt. (Foto: Zet Freiburghaus, Polar Quest)
Müll im Meer ist eine Bedrohung für die lokale Tierwelt. (Foto: Zet Freiburghaus, Polar Quest)

Eine Expeditionskreuzfahrt in der Arktis zu unternehmen bedeutet, sich der Natur zu nähern und abgelegene und einzigartige Orte zu erleben. Während die Schiffe strikt darauf achten, keine Spuren von ihrem Besuch zu hinterlassen, finden Passagiere und Besatzungsmitglieder häufig Müll, der von Meeresströmungen an diese abgelegenen Strände angeschwemmt wurde. Zum Glück helfen die Besucher gerne mit aufzuräumen.

Mitglieder der „Association of Arctic Expedition Cruise Operators“ (AECO) führen schon seit fast zwei Jahrzehnten Strandsäuberungen in der Arktis durch. Diese Bemühungen haben sich in den letzten beiden Sommern intensiviert, nachdem sich die AECO der von den Vereinten Nationen geleiteten Kampagne „Clean Seas“ („Saubere Meere“) angeschlossen hat.

Im Rahmen dieser Bestrebungen arbeitet die AECO daran, Einwegkunststoffe auf Expeditionskreuzfahrtschiffen der Arktis drastisch zu reduzieren und die Beteiligung der Kreuzfahrtpassagiere an Strandreinigungen zu intensivieren. Die AECO konzentriert sich auch darauf, Fluggäste, Mitarbeiter und die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, was jeder persönlich tun kann, um Einwegkunststoffe zu reduzieren und zu verhindern, dass sie ins Meer gelangen.

AECOs Umweltspezialistin Melissa Nacke sagt, dass es in der Expeditionskreuzfahrtbranche eine grosse Entschlossenheit gibt, Teil der Lösung zu sein.

„Wir sehen, dass die Crew regelmässig Passagiere in die Strandreinigung miteinbezieht und dies als Ausgangspunkt für die Aufklärung der Gäste über das Problem der Verschmutzung durch Plastikmüll nutzt. Wir feiern am 21. September den „World Clean-Up“ Tag, aber für unsere Mitglieder ist jeder Tag ein Aufräumtag. Unsere Mitglieder arbeiten auch daran, Einwegartikel auf ihren Schiffen einzusparen, indem sie beispielsweise keine Plastikwasserflaschen und Einwegnahrungsmittelbehälter mehr verwenden. Wir glauben, dass diese sichtbaren Veränderungen dazu beitragen können, das Bewusstsein der Passagiere zu schärfen und nachhaltigere Verbrauchergewohnheiten zu fördern“, sagt Nacke.

Aufräumarbeiten können sehr anstrengend sein. Einige Netze sind so tief eingegraben, dass es viel Kraft kostet, sie zu entfernen. (Foto: Chelsea Claus, Hurtigruten)
Aufräumarbeiten können sehr anstrengend sein. Einige Netze sind so tief eingegraben, dass es viel Kraft kostet, sie zu entfernen. (Foto: Chelsea Claus, Hurtigruten)

Die AECO hat auch Richtlinien für Besucher der Arktis entwickelt. Die Richtlinien zeigen den Reisenden Möglichkeiten zur verantwortungsbewussten Reduzierung ihres Plastik-Fussabdrucks auf – und zwar vor, während und nach der Reise.

Quelle: Edda Falk,  AECO